KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“ | Teil 4 der 4 tlg. Kapstadt-Serie

Kapstadt | TEIL 4 - GARDEN ROUTE

Die Garden Route in Südafrika – Wale bei Hermanus, Golf Mekka George und noch mehr Highlights am Kap gilt es zu entdecken. Sawubona – wir sehen uns!

 

Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“- Nach einem halben Tag auf Ernie Els‘ Weingut in Stellenbosch fahren wir weiter Richtung Südosten die GARDEN ROUTE entlang bis nach George, dem Golf Mekka am Kap.

Zweifellos – 14 Tage sind für die Vielfalt rund um Kapstadt ziemlich kurz. Doch lediglich an möglichst vielen Highlights anzuhalten, um da gewesen zu sein, ist nicht das, was wir möchten. Also wählen wir, was im südafrikanischen Frühsommer Sinn macht, und unserem Wunsch, Sinnlichkeit und Facetten dieses Landstrichs in unserem Tempo zu entdecken, am nächsten kommt. In Gedanken gibt es bereits ein nächstes Mal. Denn so viel steht fest – dies ist nicht die letzte Reise nach Südafrika.

GARDEN ROUTE | Traumstrasse am Kap

 

Die GARDEN ROUTE führt von Kapstadt bis nach Swasiland. Es erwarten uns nicht etwa Gärten, wie der Name vermuten lässt, sondern üppig grüne Landschaften: Obstplantagen, wirklich verschlafene Nester mit exotischen Namen wie Wilderness, Outeniqua, Tsitsikamma, Knysna, Karoo… – die Architektur ist teils im Viktorianischen, teils im charmanten kapholländischen Stil – romantische Lodges, die Aussicht auf Wale, Wasserfälle, blühende Wiesen und grüne Weiden, Steilküsten, feinsandige Strände, Seenlandschaften liegen vor uns.

 

GARDEN ROUTE | Whale-Watching in Hermanus von Juni – November

Wenigstens eine Walflosse muss sein, also ein Abstecher nach Hermanus bevor es auf der „N2“ weitergeht.

 

Hermanus gehört zu den besten Walbeobachtungsplätzen der Welt. Zwischen Juni und November können die Riesen sogar vom Strand aus beobachtet werden. Wir haben an diesem Tag Pech, doch wenig später sollen wir dann doch noch Glück haben, und bekommen einen dieser Riesen vom Hotelzimmer in GEORGE aus zu Gesicht.

 

GARDEN ROUTE | Die Uhren ticken anders

 

Bis zu unserem Ziel, GEORGE, sind es knapp 400 km. Einige Versuche, die kleinen unbefestigten Landstrassen südlich der N2 zu befahren scheitern daran, dass Brücken kaputt, oder Fähren wegen der heftigen Regenfälle zuvor verschwunden sind und die Flüsse unpassierbar machen. Ein bisschen Abenteuer und Ungeplantes muss sein, doch die Versuche sind es wert.

 

Siedlungen gibt es nur wenige, stattdessen Natur pur in allen Varianten. Tankstellen, die aussehen wir in Waltons‘ Mountain, kleine Cafés, die von warmherzigen alten Damen à la Miss Marple geführt werden. Die Kuchen sind lecker, der Kaffee lässt kurzzeitig den Wunsch nach einer bekannten amerikanischen Kette aufkommen, die bis jetzt noch nicht wirklich die Innenstädte Südafrikas erobert hat… „Was für ein Blödsinn“, denke ich mir, sonst begrüße ich doch auch das Neue und kann auf Gewohntes oder Bequemliches verzichten.

 

Aber mein Wunsch geht in Erfüllung, wie finden ein liebevoll geführtes Bio-Café, direkt an der N2, mit Espresso und leckeren Sandwiches. Der Andrang spricht Bände, sogar eine Motorrad-Clique wechselt die Straßenseite, lässt den vergammelten „Burger“ links liegen und knabbert Möhren-Cookies aus eigenem biologischen Anbau!

 

OUMEUL Bakery | Riviersonderend | 27 Main Road | www.oumeul.co.za

 

Nach dem dritten gescheiterten Versuch, von der N2 geradewegs zum Indischen Ozean zu gelangen, liegen die Nerven blank (Warum eigentlich? Wir haben doch Urlaub!). Wieder keine Fuhrt passierbar, dort, wo sie eingezeichnet ist.

 

Das Wasser steht eindeutig zu hoch für unseren Leihwagen, der gänzlich ungeeignet für solch ein Fußbad, für die übrige Strecke auf Schotter oder gar offroad ebenso. Ein Schild mit der Aufschrift HEIDELBERG, unserer Heimatstadt, vermag unsere Laune etwas aufzuheitern. Komisch denke ich mir, als hätte ich früher mit dem Aufsetzen meines Rucksacks auch gleich ein anderes Mindset angezogen.

 

Ich merkte, dass Mietwagen und Rollenkoffer mich zu einer andere Reisenden machen als dies mein alter Rucksack und die mal mehr oder weniger zuverlässig fahrenden öffentlichen Busse und Züge in Asien oder anderen Ländern Afrikas (wie auf meinen monatelangen Touren durch Indien oder in Kenya erlebt und mit landestypischer Ruhe hingenommen). Ich ärgere mich über mich selbst, bin aber froh, es wenigstens bemerkt zu haben.

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Die Flagge Südafrikas

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Hier geht’s nach HEIDELBERG in the middle of nowhere

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Üppig grüne Landschaften auf unserer Reise

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Klippen bei Wilderness

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Bei George

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

GEORGE | Golf-Mekka am Kap

 

Zum Sonnenuntergang erreichen wir GEORGE, das Golf-Mekka am Kap. Auch geeignet für Menschen, die, so wie ich, nicht Golf spielen. Meine Liebe zu Golfplätzen entstand zufällig: vor 25 Jahren ging ich in Nairobi, im schönen Vorort Karen, mit golfenden Kollegen mit zum Golfplatz. Schon allein, die Tatsache, dass sich die ehemaligen Kolonialherren (mehr dazu nicht) eindeutig überall für ihre sportliche Leidenschaft die schönsten Landstriche (ein)genommen haben, zieht mich seitdem stets auf das noble Green.

 

Doch nach einigen Versuchen, habe ich mich dafür entschieden, eher die Terrassen der Clubhäuser zu besuchen. Beim Beobachten der Sportler, dem Begutachten ihres eigenwilligen Kleidungsstils, dem Lauschen engagierter Gespräche über Golf, Business oder gesellschaftliche Themen, entdeckte ich damals in Nairobi die Liebe zu Gin Tonic! Dies hat sich seitdem nicht mehr verändert!

 

Ich sehe Golfern gerne zu, ziehe für mich jedoch eher andere Sportarten vor. Doch ohne Frage – die Atmosphäre auf Golfplätzen, die ich mit der leisen Umtriebigkeit eines Bienenstocks vergleiche, das leise Surren der Golfcarts, die landschaftliche Lage der Plätze als auch die interessanten Menschen faszinieren mich genau so, wie die altehrwürdigen Grand Hotels, in deren Lobbies ich Stunden mit Beobachten verbringen kann.

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

GARDEN ROUTE | Das FANCOURT in GEORGE | Leidenschaft des SAP Mitgründers Dr. Plattner

 

George hat vor allem wegen der Beliebtheit unter Golfern einen eigenen Flughafen mit Verbindungen nach Joburg und von dort zum Rest der Welt. GEORGE ist im Grunde weltweit ein Synonym für Golf.

 

Nicht zuletzt, weil sich Dr. Hasso Plattner, Mitbegründer von SAP, und seine Frau Sabine, 1994 mit dem Kauf des 5 Sterne Resorts FANCOURT auf 550 Hektar üppigster Landschaft ihren sehr persönlichen Traum erfüllten – ein weltweit führendes, renommiertes Geschäfts- und Erholungsresorts zu etablieren. Seitdem ist FANCOURT DAS fünf Sterne Resort mit einigen der besten Golf- und Konferenzeinrichtungen weltweit.

FANCOURT ist der Traum eines jeden Golfers. Es hat drei von Gary Player entworfene  Golfplätze  (TheLinks, Montagu, Outeniqua). Rund wird dieses engagierte Projekt mit der Fancourt-Akademie mit sowohl männlichen als auch weiblichen Golfprofis, der Ernie Els & Fancourt Stiftung, drei Pro Shops auf dem Gelände, sowie einer von nur sieben TaylorMade Performance Labs weltweit.  Das an englische Landhäuser erinnernde Anwesen ist mit 149 luxuriösen Zimmern ausgestattet. Fancourt ist eines der ‘TheLeading Hotels of the World’ und wurde als „LeadingSpas of the World“ ausgezeichnet.

Seit Jahren ist Plattner Südafrika verbunden und lebt zeitweise auch am Kap. Wie Ernie Els und viele andere, setzt er sich für die Medizinforschung ein. Plattner unterstützt ebenso die Universität Kapstadt im Kampf gegen Aids. Er engagiert sich mit Spenden im 7-stelligen Bereich für „Isombululo“, einem Programm zur Vorsorge und Behandlung von Aids. Dieses Hilfsprojekt kommt rund 360.000 Menschen in der Kapregion zugut

 

GARDEN ROUTE | GEORGE  und Umgebung

 

Wir planen ein paar ungestörte Tage am Wasser, möchten von George aus die weitere GARDEN ROUTE erkunden, und die Sonne genießen, angesichts des bereits einsetzenden deutschen Winters. Typisch deutsch suchen wir neben all der Naturschönheit noch Kultur. Müssen erfahren, dass einstige Eisenbahnen nicht mehr fahren, dass Museen an Wochenenden geschlossen sind, und dass diese an geöffneten Tagen mehr Aufpasser als Besucher haben.

 

Aber das Eisenbahnmuseum in Outeniqua steht dann doch mal auf dem Tagesplan – wir sind die einzigen Gäste! Ansonsten ist Umdenken angesagt, Natur, gute Gespräche in der Sonne, stundenlanges Sitzen mit Blick auf den tosenden Ozean, und natürlich Lesen und Nichtstun und bei einem Gin Tonic relaxtes Zusehen beim Golf.

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Im Eisenbahnmuseum in Outeniqua

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Alte Ladies

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Noch eine alte Lady

KAPSTADT | Genuss und Sinnlichkeit am „Schönsten Ende der Welt“

Erinnerungen an die Romantik der Dampflokomotiven

GARDEN ROUTE | THESEN ISLAND in der Lagune von Knysna

 

Nicht weit von George liegt Knysna an einer gleichnamigen Lagune. Ein verschlafener Ort mit einer eigenen, bewohnten Insel namens Thesen Island. Wir entdecken das ungewöhnliche, eher an Brooklyn erinnernde Design Hotel Turbine Hotel&Spa, in dessen Gebäude einst der Strom für die Versorgung von Knysna erzeugt wurde. Knysna selbst wurde bekannt durch die Erzeugung von Bauholz, das in der Lagune für den weltweiten Export verladen wurde.

 

Die Familie Thesen, einst Einwanderer aus Norwegen, beginnen 1870 mit dem Holzhandel. Die Holzabfälle, die in den Sägewerken entstehen wurden für den Betrieb der großen Stromturbinen verwendet.

 

GARDEN ROUTE | TURBINE HOTEL&SPA auf  THESEN ISLAND

 

Die Maschinen sind tragende Elemente der modern und teilweise niederländisch anmutenden Einrichtungsstils des TURBINE HOTELS. Es hat 24 Zimmer und Suiten, eine Honeymoon Suite sowie ein afrikanisches Spa. Zum Verweilen bieten sich 2 Restaurants, eine Tapas Bar, eine Bücherei, ein Weinkeller, eine Lounge sowie ein Outdoor Bereich mit Holzdeck und Pool an.

In 14 Tagen musste ich feststellen, wie stolz die Menschen in Südafrika darauf sind, was ihre Gesellschaft innerhalb der 20 Jahre nach Ende der Apartheid erreicht hat. Wer gerade jetzt ans Kap reist, profitiert von den großen Entwicklungssprüngen, die auch die WM 2010 beschert hat sowie die Ernennung zur Welt-Designhauptstadt 2014.

 

Ob Sie in Gruppen oder individuell reisen, es ist für alles gesorgt, zudem ist Dank des Wechselkurses vieles erschwinglicher als in anderen Urlaubsländern. Wer einmal am Kap war, wird sich stets mit Sehnsucht an das typisch magische Licht dort erinnern, an die weiche, duftende Luft sowie auf die Zeugnisse vieler Kulturen, die dort in vielschichtigen Traditionen aufeinander treffen, und mindestens so facettenreich sind wie das Land selbst.

 

Die Sehnsucht fliegt mit nach Frankfurt

 

Sawubona – wir sehen uns!

 

Lesen Sie hier auch Teil 1 der 4-teiligen Kapstadt-Serie

Lesen Sie hier Teil 2 der Serie sowie hier Teil 3

MARTINA VELMEDEN

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin unterstütze ich meine KundInnen mit Konzepten und Entscheidungsvorlagen für die Gestaltung ihrer persönlichen Lebens(t)Räume.

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