10 Geheimnisse über Wohnfarben | Die richtige Farbwahl treffen

10 Geheimnisse über Wohnfarben | Die richtige Farbwahl treffen

Falsche Farbwahl und Renovierungsstress war gestern. Mit diesen 10 Tipps sind Sie ab heute Farbexperte in eigener Sache.

Wer sich mit Farben auseinandersetzt, weiß mindestens eine Geschichte über Wunsch und Ergebnis zu erzählen. Meine „beeindruckendste“ Geschichte, die sich gleich mehrfach wiederholte, ist die einer Bekannten. Sie ist stets unzufrieden, kaum dass ihr Maler hinter der ersten Kurve verschwunden ist!

 

In allem sehr stilsicher, setzt sie ohne Kompromisse auf die 3 schwedischen Grundfarben: Gelb, Blau und Weiß, egal zu welcher Jahreszeit. Dies gelingt ihr bei der Auswahl der Möbel, dem weißen, gustavianischen Kachelofen, den Accessoires bis hin zu den Teppichen auf beneidenswert perfekte Weise, denn sie kann ganz klar „nein“ sagen. Die beste Voraussetzung für einen konsequent persönlichen Stil. Auch ihr echtes „Meißener Porzellan“ passt in seinem Royal Blau wie für sie eigens angefertigt und wirkt zudem kein bisschen antiquarisch oder verstaubt, sondern wertig und am richtigen Platz.

 

Trotz der für deutsche Regionen eher ungewöhnlichen Wohnfarben – Weiß, Gelb und Blau –  ist es bei ihr immer einladend, auf Deutsch „gemütlich“. Gerade ihr passiert es dann, dass sie, die sonst so stilsicher ist, bei der Wandfarbe immer wieder zu einem Gelbton greift, der am Ende wiederholt nicht ihrem eigentlichen Wunschton entspricht.

 

WOHNFARBEN | Kommt Ihnen etwas bekannt vor?…

 

Kunden kommen öfters mit einem Magazin zu mir, in dem sie eine bestimmte Wandfarbe schön finden. Genau so sollen dann die Wände später aussehen….  (für den Profi ist dies ein wertvoller Hinweis darüber, was dem Kunden gefällt, in welche Richtung die Reise gehen soll.  Doch um am Ende die richtige Wohlfühl-Farbwahl zu treffen, sind weitere Informationen nötig.

 

ODER

Gerne werden auch die wirklich winzigen Farbmuster (3x4cm) aus den Baumärkten (keine Frage, für eine grobe Vorauswahl sind diese sehr gut geeignet) genommen. Im Glauben, endlich eine tolle Wandfarbe für einen oder gar mehrere Räume gefunden zu haben…..

 

ODER

 

Der Berater in der Farbenabteilung legt Ihnen eine ganz neue Farbe ans Herz, die gerade sehr angesagt ist…. aber gar nicht zu Ihrer Einrichtung passt….

 

Sie ahnen, wie die Geschichten weitergehen…. von späteren Diskussionen, Vorwürfen bis hin zu anderen unerfreulichen Dingen mal ganz abgesehen. Meist bleibt die Farbe, schon allein wegen der Investition sowie der Arbeit erst mal „dran“.

Der Farbe kommt dann zugute, dass der Mensch sich an vieles irgendwann gewöhnt, damit lebt, es ausblendet. Aber dies ist keine Lösung...

Hier meine 10 Geheimnisse über Wohnfarben

 

1) Wer es natürlich und klassisch mag, liebt oft die „neutralen“ Beige- und Weißtöne

 

ACHTUNG – jeder Beigeton und fast jeder Weißton hat einen Unterton. Wann immer Sie Beige und Weiß einsetzen, egal ob beim Bodenbelag, Wandfarbe, Fliese, Textilien, Polsterstoffen etc., gilt es, dies zu berücksichtigen.  Die vier Untertöne von Beige sind: Orange, Grün, Pink oder Gelb. Die Untertöne von Weiß können sein: Blau, Grün, Gelb, Grau, und Rot. Lesen Sie hierzu auch meinen Beitrag über die natürlichen Farben Flanderns.

 

2) Grautöne, die gerade jetzt sehr angesagt sind, schließen sich hierbei an:

 

Grautöne rangieren ebenfalls als „neutral“, haben aber folgende Untertöne: Violett, Grün oder Blau

 

3) Wann immer Sie mehrere Beige- und Grautöne einsetzen oder gar mixen, sollten die Untertöne gleich sein

4) Planvoll vorgehen! 

 

Einrichter arbeiten stets mit Materialmustern. Im Idealfall haben Sie von allen bereits vorhandenen, größeren oder nicht beweglichen Einrichtungsgegenständen Materialmuster, ebenso von Ihren Textilien, wie Vorhängen, von den Bodenbelägen, Arbeitsflächen, Polsterstoffen etc. Wenn Sie diese auf einem neutralen Untergrund zusammenlegen (eine weiße oder schwarze Musterplatte), erkennen Sie bereits deren Untertöne. ACHTUNG  – sowohl bei Tages- als Kunstlicht begutachten.

 

5) Der Unterton, der bei den Gegenständen, die Sie behalten möchten, überwiegt, ist ausschlaggebend für Ihre Wandfarbe

 

Das Ergebnis: ein harmonisches Gesamtbild, es wirkt passend, die Wandfarbe wertet das Vorhandene auf. Gute Farbfachgeschäfte „messen“ Farbtöne exakt aus. Bringen Sie Ihre Farbmuster mit in den Laden und legen Sie den Unterton fest.

6) Bevor Sie starten, investieren Sie unbedingt in Farbproben

 

Auch wenn diese extra für Sie gemischt werden, diese Ausgabe zahlt sich später in mehreren hundert Euro aus. Aus meiner Erfahrung heraus ist stets auch eine zweite Farbprobe anzumischen. Und zwar Ihr Wunschton, nur heller, also mit Weiß ) ohne blauen, grauen oder gelbem Unterton) aufgehellt. Sie benötigen von beiden Tönen die Rezepturen (! ) damit diese später reproduzierbar sind.

 

7) Jetzt darf es endlich losgehen

 

Legen Sie in den zu streichenden Räumen auf der lichtzugewandten als auch auf der lichtabgewandten Seite für jede Farbe ein rechteckiges Probe-Farbfeld aus Papier von der Rolle an, am besten in der Breite von 80cm – 100cm. Die Länge sollte von der Decke bis zum Boden sein. Warum Papier und warum so groß? Alte Farbreste an der Wand beeinflussen die Farbprobe. Weißes Papier ist ein neutraler Untergrund, um die Farbe zu testen. Bei einem Schnipsel von 2x4cm ist eine für Jahre gesicherte Farbwahl selbst für einen Profi unmöglich. Sie erkennen so besser die Übergänge von der Wand zur Decke und zum Boden.

 

8) Lassen Sie sich vor dem Finale ein paar Tage Zeit

 

Das Farbverhalten bei Sonne, Tageslicht, veränderten Wetterbedingungen als auch Kunstlicht wird über die Dauer von ein paar Tagen ebenfalls sichtbarer – der Anstrich muss Ihnen bei jeder Lichtsituation gefallen. Eine Farbe, die bei Regen optisch warm aussieht, kann Ihnen bei Sonneneinstrahlung grell und aggressiv vorkommen.

 

9) Mischen Sie auch warme und kühle Töne

 

Ich bin ein Liebhaber jahreszeitlicher Veränderungen. Ein graues Sofa wird sommerlich mit korallenfarbenen Kissen, und winterlich mit samtroten oder Anthrazitfarbenen Plaids, Kissen oder Überwürfen.

 

10) Kaufen Sie wirklich genug Farbe ein

 

Jede neue  Mischung, auch nach derselben Farbrezeptur ergibt eine neue „Charge“.  Auf diese Weise können selbst minimale, chargenbedingte Abweichungen zur Wahrnehmung eines unterschiedlichen Farbtons führen.

 

Zu guter Letzt

 

Wenn es um Farben bei Lacken und Anstrichen geht, setze ich auf FARROW & BALL sowie auf DESIGNERS GUILD. Beides Firmen aus Großbritannien, jedoch über eine Vielzahl deutscher Fachhändler zu beziehen. Die Investition ist es wert. Sie werden staunen, welch subtile Nuancen darauf warten, von Ihnen entdeckt zu werden.

 

Welches Erlebnis verbinden Sie mit dem Weg zu Ihrer RundumsorglosWunschundLieblingsFarbe?

MARTINA VELMEDEN

Personal Branding für Lebens(t)räume

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin entwickle ich seit 18 Jahren Konzepte für persönliche Lebens(t)Räume – Räume mit einer einzigartigen Handschrift – einem Personal Branding.

Lassen Sie uns in einem unverbindlichen, kostenfreien ERSTGESPRÄCH gemeinsam herausfinden, wie ich Sie bei der Entwicklung Ihres Personal Brandings unterstützen darf.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht. Martina Velmeden

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