HONG KONG Entdecken in 72 Stunden | Teil 1

HONG KONG ENTDECKEN In 72 Stunden | Teil 1

Hong Kong in 72 Stunden – niemals denken Sie jetzt vielleicht. Kreuzfahrer haben jedoch noch weniger Aufenthalt. Es ist möglich – Ideen von und für 3 aufregende Tage, die ich soeben von meiner Reise mitbringe.

 

Hong Kong ist laut, stickig, modern, aufregend und hektisch – aber auch traditionell, anmutig, leise und kreativ. So gegensätzlich wie das dortige Aufeinandertreffen von Tempeln und Wolkenkratzern….

Wieder zurück – 9 Tage China – 9 Tage geballte Eindrücke, Erinnerungen und Neues. Sicher sind einige Inspirationen dabei, die Sie für Ihren nächsten Aufenthalt in der Exkolonie Hong Kong auf Ihre Liste setzen sollten.

 

(Er)lebenswerte Orte – kleine Fenster zur Welt, die Sie öffnen können

 

ERINNERUNGEN & RÜCKBLENDE

 

Mit meinen Erinnerungen an das Hong Kong von vor 20 Jahren, vor der Rückgabe an China, ist es wie mit einem geliebten Buch, das mir ans Herz gewachsen ist. Dessen Protagonisten zu virtuellen Freunden wurden, dessen Szenerien und Kulissen eine feste Größe in meiner Vorstellung sind.

 

Dann die Verfilmung angesehen, und schon ist er da, der Beigeschmack verfremdeter Handlungen und Darsteller, die wenig mit meinen virtuellen Freunden gemein haben – dafür viel Neues, was stets im Abgleich mit dem Bekannten und auch nur Schritt für Schritt an mich rangeht. Hong Kong ist jedoch alles andere als Schritttempo, es sieht sich unübersehbar auf der Überholspur – doch wohin?

 

ANKOMMEN

 

In den 80er und 90er Jahren war ich beruflich fast monatlich in Hong Kong. Und stets regnete es, so wie auch jetzt, wo gerade der Monsun anfängt. Nach 11 Stunden Flug und einem spektakulären Anflug über die Inseln begrüßt uns die für Asien typische, leicht modrig riechende Luft am neuen Flughafen Chep Lap Kok auf Lantau Island. Beim Aussteigen laufe ich gegen eine feuchtheiße „Wand“, dann strömt schon kalte Luft. Halstuch und Strickjacke sind in Hong Kong mein Standardgepäck, um gegen Klimaanlagen gewappnet zu sein.

 

Noch während wir müde in der Schlange der Einreisenden stehen, werfe ich bereits eine Blick auf die Karte Hong Kongs, die im Flughafen überall ausliegt und eine gute Ergänzung zu der aus dem „Dumont“ ist – weil aktueller und mit den Linien aller Transportmittel versehen.

TSIM SHA TSUI, WONG TAI SIN, KWUNG TONG, KOWLOON, SHEUNG WAN, ADMIRALTY, WAN CHAI, CAUSEWAY BAY sind nur einige der exotisch klingenden Stadtteile, die sofort Erinnerungen wachrufen. Nicht zuletzt habe ich vor 26 Jahren meinen Mann in Hong Kong kennen gelernt… Dies ist einer der Gründe für die heutige Wiederkehr.

ÜBERNACHTEN

 

Keine Frage, von der Jugendherberge bis hin zur Luxussuite mit Hafenblick – alles ist möglich. Wir haben ein Zimmer im Wan Chai 2 Hotel der V Gruppe, zu der noch weitere Häuser auf Hong Kong und in Kowloon zählen.

 

Der Inhaber hat sich auf die Bedürfnisse  internationalen Publikums eingestellt: minimalistisches, hochwertiges  Design mit Bezug zum kulturellen Erbe und einer Prise Humor. Stets verkehrsgünstig gelegen, vom Einzelzimmer bis zum Penthouse, je nach Bedarf und Aufenthaltslänge. Jedes Haus trägt eine andere Handschrift und bietet neusten technischen Standard.

 

Wanchai 2 Hotel
139 Thomson Road
www.theV.hk

Weitere empfehlenswerte Unterkünfte

 

EAST 

 

Ein erst vor wenigen Jahren erbautes Hotel, das aus vielen Gründen jedes designorientierte Herz höher schlagen lässt: modernste Architektur, geräumige Zimmer, asiatische Gastfreundschaft, eine zentrale Lage in Hong Kong Islands Business District, Metroanbindung sowie die größte Shopping Mall Hong Kongs in der Nähe. Wir fanden besonders die in 300 Metern Höhe etablierte Bar „SUGAR“ genial – Loungefeeling mit Blick auf das nächtlich beleuchtete Kowloon und den alten Flughafen Kai Tak, der inzwischen der Pier für Kreuzfahrtschiffe ist.

EAST
29 Taikoo Shing Road
Island East, Hong Kong
www.east-hongkong.com

THE MANDARIN ORIENTAL

 

DIE Adresse auf Hong Kong Island – wer es sehr charmant und stilvoll mag und daher Grand Hotels mit Tradition und Geschichte liebt.

Es ist nicht ohne Grund das Lieblingshotel vieler Persönlichkeiten, wie Jerry Hall, Sophie Marceau, Maggie Cheung, Kevin Spacey, Liam Neeson, um nur einige zu nennen.

Das seit den 60er Jahren etablierte Hotel setzte die ersten Standards in Asien sowie für seine weiteren Schwesterhotels: die hohe Schule asiatischer Gastlichkeit, Eleganz, Komfort, Internationalität und Designbezug zum Standort. Inzwischen ist die Gruppe auf 44 Häuser angewachsen, die meisten von Ihnen dürften vom Oriental in Bangkok gehört haben, wo man mindestens einen Afternoon Tee oder einen Sundowner genießen sollte, selbst wann man dort nicht wohnt. Der für die Gruppe designte Fächer im Logo trägt bei jedem Haus den ortsüblichen kulturellen Unterschieden Rechnung. Ein Zeugnis traditioneller Verbundenheit bei gleichzeitigem Setzen moderner Standards in der Premiumhotellerie.

 

Seit Kindheit liebe ich es, in den Lobbys geschichtsträchtiger Grand Hotels zu sitzen, Tee zu trinken, den trubeligen Geräuschen zu lauschen, die Menschen zu beobachten und mir auszumalen, was sie für eine Geschichte haben. Das Mandarin Oriental ist eins dieser Hotels, die diese Art von Erlebnis bieten. Die dafür investierte Stunde ist es wert!

MANDARIN ORIENTAL
5 Connaught Road
Central, Hong Kong
https://www.mandarinoriental.com

 

NEUORIENTIERUNG

 

Hong Kong hat mich stets fasziniert. Die (noch) erhaltene Mischung aus Tradition, kolonialem Erbe, Moderne und unübersehbarer Avantgarde sorgt an jeder Ecke für Entdeckenswertes.

Lärm, Hitze, stickige Luft. Auf der einen Straßenseite Geschäftshäuser mit wichtigen, telefonierenden Herren im Maßanzug, auf der anderen Straßenseite ein schwitzender Chinese, der im Unterhemd vor seinem dampfenden Wok steht, um Taxifahrern ein Mittagessen zu kochen. Über ihm rote Papierlampions, zwei Katzen warten geduldig auf Essensreste, ein Wirrwarr an Kabeln kriecht die Fassaden hoch, ein unglaublicher Schilderwald mit chinesischen Schriftzeichen ringt um Aufmerksamkeit, um Kunden in die jeweiligen Geschäfte zu locken.

 

Eben fährt ein Bentley vorbei, aus einem Radio plärren chinesische Schlager,  – ich denke spontan an den Roman von Richard Mason – Suzie Wong und halte diesen unwiederbringlichen Augenblick in meinem Kopf und mit meiner Kamera fest.

Hier, in Hong Kong ist man auf dem „besten“ Weg dahin, noch ursprüngliche Stadtteile oder Landstriche mit rentablen Hochhaussiedlungen zuzupflastern. Wenn das Land nicht reicht, wird es dem Meer weggenommen, was für mich besonders im Hafen schmerzlich ist, denn die Meerenge zwischen Hong Kong Island und Kowloon, der Victoria Harbour,  ist in 20 Jahren merklich zusammen gewachsen. Straßen, wie die Harbour Road, sind in die zweite Reihe gerückt, ein Peninusula Hotel, das traditionsreichste Hotel Hong Kongs in Kowloon, wurde ebenfalls in die zweite Reihe verwiesen. Es bekam diverse Museen vor die Nase gesetzt, womit ich das eigentliche Kulturgut verkannt sehe.

 

Die Straßen an vorderster Front tragen nun Namen wie: Avenue of Stars oder Convention Avenue. Es ist schwierig, alte Bilder auszublenden, ein häufiger Abgleich nach dem Motto: „damals…“ findet automatisch statt. Die Stadt möchte ein Synonym für „Superlative“ sein – höher, länger, besser, teurer, begehrlicher etc. Es ist nicht an mir zu entscheiden, ob sie dadurch lebenswerter wird, und für wen…

 

Die zahlreichen Auslandsstudenten und Expatriats beweisen es. Es ist schon lange hip, dort zu leben und zu arbeiten, die Stadt heizt die Kreativität an. Wenn wir abends die vielen After Work’ler vor den Pubs sehen, wird klar – hier wird Karriere gemacht, ein Meilenstein im Lebenslauf gesetzt, die nächste internationale Station wartet bereits.

 

IDEEN FÜR DIE ERSTEN 24 Stunden

 

DER VICTORIA PEAK  |  Hong Kong von oben

 

Für den ersten Aufenthalt ein Muss, für Folgeaufenthalte immer wieder eine Fahrt mit der alten Peak-Tram wert – unbeschreiblicher Ausblick garantiert.

 

Von der MTR Station „Central“ geht es in 15 Minuten zu Fuss zur Talstation der Peaktram. Der Weg lohnt sich, inmitten der Hochhausschluchten, vorbei an dem einst höchsten Gebäude Hong Kongs, dem Bank of China Tower des Architekten Ieoh Ming Pei. Nachts zu erkennen an der rautenförmigen Fassadenbeleuchtung.

Wir haben Glück, bevor die Karawane der Reisebusse ankommt, haben wir unser Ticket in der Tasche. Hinauf geht es im 15 Minutentakt mit der im Jahre 1888 fertig gestellten Bergschienenbahn auf die höchste Erhebung Hong Kongs, den Victoria Peak (552 Meter über dem Meer).

Oben werden wir in einem 1997 erbauten, sehr futuristisch anmutendem Shoppingcenter auf mehreren Etagen begrüßt. Links liegen lassen, am besten gleich auf die Aussichtsplattform, und da wir nicht über Freunde mit Dachterrasse auf dem Peak verfügen, ist hier eindeutig der beste Rundblick.

Ansonsten bietet sich noch ein Rundgang im Park an, doch die Aussicht ist hier meist durch die dichte Begrünung nicht so gut. Ein Rundgang ist eher als eine Möglichkeit der Stille zu sehen, da Sie sich den Weg meist nur mit Joggern teilen.

Oben werden wir in einem 1997 erbauten, sehr futuristisch anmutendem Shoppingcenter auf mehreren Etagen begrüßt. Links liegen lassen, am besten gleich auf die Aussichtsplattform, und da wir nicht über Freunde mit Dachterrasse auf dem Peak verfügen, ist hier eindeutig der beste Rundblick.

Ansonsten bietet sich noch ein Rundgang im Park an, doch die Aussicht ist hier meist durch die dichte Begrünung nicht so gut. Ein Rundgang ist eher als eine Möglichkeit der Stille zu sehen, da Sie sich den Weg meist nur mit Joggern teilen.

Eine 100 Quadratmeterwohnung kostet inzwischen mehrere Millionen Euro, die Mieten wurden im  „THE STANDARD“ treffend als „eyewatering“ bezeichnet. Doch die Nachfrage für Investitionsobjekte ausländischer und heimischer Anleger ist ungebrochen. Baukräne gehören so fest zum Stadtbild  wie die Straßenverkäufer mit ihren heißen Dim Sums. Wo vor einem Jahr noch ein munterer Markt war, begrüßt heute ein Ferrari Dealer seine zahlreicher werdenden Kunden.

 

HONG KONG PARK

 

Unten angelangt führt der Weg direkt zum Hong Kong Park. Wir belohnen uns nach dem 45 minütigen Abstieg mit kühlen Getränken und Tee im sehenswerten LOCKCHA TEA HOUSE, einer Institution, die der K.S.Lo Gallery, einem Teemuseum, angegliedert ist.

 

Wählen Sie aus über 100 Teeorten, genießen Sie Suppe oder frische Dim Sums in einer traditionell chinesischen Umgebung.

LockCha Tea House
The K.S.Lo Gallery, Hong Kong Park, Admiralty
www.lockcha.com

Stilvoll Teetrinken aus feinstem Bone China, umgeben von original chinesischen Möbeln und einheimischen Gästen.

STANLEY, REPULSE BAY & ABERDEEN

 

Pünktlich zur Nachmittagsstimmung fahren wir von Central mit dem Doppeldecker-Bus No. 6 nach STANLEY, Richtung Süden der Insel.

 

Einst war Stanley ein kleiner Badeort, typisch für den Süden Hong Kongs, mit schönen Stränden und einem Markt, ähnlich dem Night Market in der Temple Street in Kowloon. Selten hatte ich damals etwas auf dem dortigen Markt gefunden. Es war eher die Fahrt dahin und die Beschaulichkeit der Bucht, in der Stanley liegt, was den Reiz und den Kontrast zum hektischen Stadtleben ausmacht.

 

Wen wundert es? Heute ist Starbucks längst da, weitere, weltweit gewohnte Läden natürlich auch. Nur auf der Veranda des kolonialem „Murray House“ finden wir ein Stück der damaligen Beschaulichkeit wieder. Wir trinken Kaffee, blicken aufs Wasser zu den in der Ferne vorbeiziehenden Containerschiffen und planen den kommenden Tag.

Die Rückfahrt geht über REPULSE BAY, einem beliebten Badeort, der inzwischen ebenfalls weitestgehend seinen Charme mit hohen Wohnsilos eingetauscht hat. Dennoch, die Strände sind sauber. Nicht zuletzt ist Repulse Bay zu einer exklusiven Wohnlage mutiert.

 

ABERDEEN, das für seine vielen Hausboote und seine beiden großen Restaurantschiffe berühmt ist, ist wenigstens eine halbe Stunde Zwischenstopp wert. Einst fuhr ich dort mit Sampans inmitten der vielen Hausboote herum, und beobachtete das muntere Leben der Fischer, die in diesen Hausbooten  bis zu einem verheerenden Brand Ende der 80er Jahre lebten. Sie wurden nach dem großen Feuer in Hochhäuser rund um den Hafen umquartiert.

Als wir wieder im Doppeldecker nach Central Hong Kong sitzen, geht gerade die Sonne unter. Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende. Morgen haben wir einiges eingeplant, das wir beide noch nicht kennen. Auf zu Neuem….
Hier geht’s direkt zu meinen Inspirationen für weitere 48 Stunden:

Auch wenn ich das alte Hong Kong vermisse, die Anmut und Quirligkeit Asiens fasziniert mich auch dieses Mal aufs Neue. Es ist Unbekanntes dazu gekommen - und wie schön, dass vom Vertrauten noch viel übrig ist...

MARTINA VELMEDEN

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin unterstütze ich meine KundInnen mit Konzepten und Entscheidungsvorlagen für die Gestaltung ihrer persönlichen Lebens(t)Räume.

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