HONG KONG Entdecken in 72 Stunden | Teil 2

Wie Sie in 72 Stunden ein echtes Hong Kong-Feeling bekommen und dank eines der besten Nahverkehrssysteme der Welt zugleich viele kontrastreiche Eindrücke mit nach Hause nehmen: nach Feng Shui Regeln erbaute Wolkenkratzer neben taoistischen Tempeln, klimatisierte Metro oder die gerade 150 Jahre alt gewordene Doppeldecker Tram, charmante Garküche oder weltbeste Spitzenrestaurants.

 

Shopping Mall oder Straßenmarkt, Stadttrubel oder beschaulicher Badestrand auf einer der 234 vorgelagerten Inseln. Sich tummeln in den stickigen Straßenschluchten oder Tai Chi im kühleren Park, Dachterrasse in 300 Metern oder Afternoon Tea im kolonialen Grand Hotel. Nicht zu vergessen – Star Ferry fahren, eines der 50 besten Reiseerlebnisse, die Sie weltweit für Geld haben können.

Die meisten Menschen benötigen nicht die Inspiration von Abenteuergeschichten, um beim Namen „HONG KONG“  Fernweh und etwas Gänsehaut zu bekommen.

 

Für viele Weltenbummler ist der „duftende Hafen“, die Übersetzung von „Hong Kong“,  das New York Asiens. Die Stadt reißt uns mit. Gegensätze, wie sie aktuell nie ausgeprägter sein könnten, bilden ein Synonym für EAST MEETS WEST.

 

Entsprechend oft wechselt unser Gefühl, als wir Hong Kong nun nach 20 Jahren (wieder)entdecken. Wir rutschen mal in das westliche Feeling, und genauso schnell wieder in das östliche. Sowohl das eine als auch das andere ist authentisch, denn die Stadt ist so wie sie ist.

 

Dass hier nicht jeder beim Gipfelsturm beteiligt ist, wird schnell ersichtlich. Doch das Leben auf der Überholspur ist ungebrochen: höher weiter, teurer, exklusiver, eleganter, lauter, extravaganter….

Sie haben in Hong Kong die Wahl - beinahe überall. West und Ost liegen oft nur millimeterweit auseinander

Tag 2 unserer Reise beginnen wir mit Ursprünglichem

 

Mit dem Programm von Tag 1 starten Sie am besten ins Hong Kong Feeling.

WONG TAI SIN TEMPEL

 

Der WONG TAI SIN Tempel ist dem beliebteste Heiligen Hong Kongs gewidmet. WONG galt als Heiler von Krankheiten sowie als guter Wahrsager in allen Lebenslagen. Weshalb viele Chinesen dort die Antwort auf ihre Gebete erhoffen. Es gilt der Satz „Wonach du fragst ist, was du bekommen wirst.“ Der Tempel  liegt im Norden Kowloons, die Metro hält an der gleichnamigen Station.

 

Eröffnet wurde die Anlage 1921 und ist architektonisch wie traditionelle chinesische Tempel. Um ein Gefühl für chinesische Gartenplanung zu bekommen, lohnt sich der Rundgang im angegliederten Good Wish Garden mit seinen Pools, in die Sie eine Münze werfen dürfen, die sodann auf einem Stein landen sollte, damit ihr Wunsch in Erfüllung gehen möge.

 

Es ist heiß, kein Lüftchen geht, der Tempel ist inmitten von Hochhäusern – eine skurrile Kulisse. Wir sind die einzigen Touristen. Die roten Lampions gegen die Fassaden zu betrachten mutet wie die Anziehung von Luftballons auf Kleinkinder an.

 

Wie schön, dass bisher keiner seine Argumente für eine alternative Bebauung durchbringen konnte und der Tempel stehen bleiben darf.

Wir setzen uns in den Schatten und beobachten die unterschiedlichsten Menschen. Räucherstäbchen werden angezündet, man freut sich, Bekannte zu treffen, es wird geplaudert. Wer etwas mehr Zeit und vor allem eine Frage hat, leiht sich einen der vielen Köcher mit nummerierten Bambusstäben, den „CHIM“  (1 – 99) aus und hofft auf gute Nachrichten.

 

Dazu überlegt man sich eine konkrete Frage und schüttelt die Bambusstäben in dem Köcher so lange, bis eines herausfällt. Die Nummer auf diesem „Chim“ entspricht einer Antwort, die später ein Wahrsager in einem Buch nachschlägt. Dem Tempel ist ein Gebäude mit hundert Wahrsagern und Feng Shui Beratern angegliedert.

Ich beobachte eine chic gekleidete Hong Kong Chinesin wie sie anmutig kniend und konzentriert ihren Köcher schüttelt. Neben ihr die neusten Einkäufe aus der benachbarten Shopping Mall. Hinter ihr spielen Kinder Fangen, ein paar ältere Frauen zünden Räucherstäbchen an. Es ist ein beschaulicher Ort des Glaubens und der Begegnung und sein Aufsuchen scheint so alltäglich zu sein wie der Gang auf den Gemüsemarkt.

Ich probiere es ebenfalls aus, um mehr Gefühl für dieses Tempelritual zu bekommen. Und ob mein Wunsch in Erfüllung geht, werde ich sehen...

GLÜCKSZAHLEN, GLÜCKSBRINGER und FARBEN

 

Die Chinesen sind sehr abergläubisch. Besonders von Farben und Zahlen geht eine große, alltagsbeeinflussende Mystik aus. Die Zahlen 4, 7 und 10 gelten als Unglückszahlen, weil deren Aussprache ähnlich klingt, wie Worte für Schlechtes. Wohingegen 6, 8 und 9 sehr gute Zahlen sind.

 

Die „8“ steht für kommenden Reichtum. Sie ist seit jeher besonders beliebt für Nummernschilder, Mobilnummern und andere wichtige Nummern und dafür zu Höchstpreisen zu erwerben. Daher sehr beliebt bei Unternehmern. Nicht selten kostet eine „8“ auf dem Nummernschild fünfstellige Eurobeträge.

 

Für persönliche Festtage, Hochzeiten, Geschäftseröffnungen sowie auch damals für die Olympischen Sommerspiele 2008 werden Kalendertage mit einer „8“ gewählt.

 

Um nur einige Farben und ihre Assoziationen zu nennen: Weiß steht für Trauer und Unglück, wohingegen Rot positiv besetzt ist. In China trägt die Braut nach dem Hochzeitsritual ein rotes Kleid, das der Bräutigam auch vorher nicht sehen darf. Das rote Kleid soll Glück anziehen. Rot steht für die Chinesen für Leben, Glück, Feuer, Wachstum, Ruhm und Kraft. Es ist die Farbe, die am meisten Glück bringen soll, und böse Kräfte abwehrt.

Als ich 1986 zum ersten Mal in China, in Peking, war, trugen noch fast alle Menschen die einheitliche Mao-Kleidung. Einige mutige, westlich orientiert Frauen, trugen damals schon rote Strickjacken.

 

KOWLOON

 

Stets war Kowloon der Stadtteil, in dem eingekauft wurde. Im Grunde der südliche Teil Kowloons, der TSIM SHA TSUI heißt.

 

Ein Laden nach dem anderen, viele Kilometer lang. Der erste Esprit Store außerhalb der USA wurde 1971 auf der Hauptverkehrsader, der Nathan Road, eröffnet. Heute gibt es keine neue Siedlung ohne angegliederte Shopping Mall und deren gewohnte Läden. Dennoch übt die Nathan Road allein schon wegen ihrer Neonschilder eine Anziehung aus, und wird daher oft für Filme als Kulisse genutzt.

 

Nur ein paar Seitenstraßen davon entfernt ist das „alte“, weniger glitzernde Hong Kong zu entdecken: die Alltagsbräuche, die (noch) in friedlicher und manchmal skurriler Koexistenz neben den modernen „Gebräuchen“ stattfinden. Der Börsenkurs studierende Broker im Maßanzug von Zegna mit seinem „Tablet“ neben dem sonnengegerbten, zahnlosen Marktverkäufer in Plastiksandalen. Der pinkfarbene Rolls Royce mit Sondernummernschild neben dem Handkarren mit einer Kiste Hühnerköpfen und Vogelkäfigen. Dies sind nicht nur für Fotografen die Schätze, die den Aufenthalt so spannend gestalten.

 

AFTERNOON TEA im „PENINSULA“ in KOWLOON

 

Umgangssprachlich nur „Pen“ genannt, ist das Peninsula seit 1928 das in Architektur geformte Hong Kong-Erlebnis schlechthin. Die GRAND DAME unter den Grand Hotels. Gelegen am südlichsten Ende von Kowloon, im Viertel Tsim Sha Tsui.

Hier bekommen Sie ein Gefühl für die vielen Epochen, die dieses Grand Hotel erlebt hat. Wer von internationalen Grand Hotels spricht, nennt das Peninsula meist zuerst. Eine Institution, der es gelingt, sich stets neu zu erfinden, sich dabei treu zu bleiben und eine Anziehung auszuüben, die schon beim Betreten der Lobby deutlich wird. Alles andere als historisch verstaubt:

 

angefangen von Rucksacktouristen, die sich den berühmten Afternoon Tea auf ihrer Asienreise nicht entgehen lassen möchten bis hin zu Celebrities und ihren Bodyguards. Dann die feine Hong Konger Gesellschaft, die sich nach einem Einkauf bei Chanel & Co mit Gurkenhäppchen stärkt, Investoren aus aller Welt, vorzugsweise aus den Emiraten, sowie Menschen wie wir, die von der internationalen Atmosphäre, dem Treiben, den Geräuschen der Teetassen und Silberkannen magisch angezogen werden.

Die Zimmer auf die Salisbury Road haben Blick auf Hong Kong Island. Ebenso das Restaurant Felix in den obersten Stockwerken sowie das Spring Moon 23 Stockwerke tiefer, das im Stil der 20er Jahre gestaltet ist und an einstige Hotelgäste wie Charlie Chaplin und Paulette Goddard erinnert.

 

Da die Begehrlichkeit des Afternoon Teas groß ist, bringen Sie etwas Zeit mit, um einen freien Tisch zugeteilt zu bekommen. Dafür bietet das Pen ganz unbritisch den Afternoon Tea bis in den Abend hinein an.

 

THE PENINSULA
Salisbury Road
Tsim Sha Tsui
Kowloon
www.peninsula.com

 

STAR FERRY und weitere VERKEHRSMITTEL

 

Vorweg: Hong Kong bietet eines der weltbesten Nahverkehrssysteme, wodurch Sie innerhalb eines Tages viele Orte besuchen können, ohne viel Zeit zu verlieren. Wobei Sie gleich lesen werden, dass auch hier der Weg bereits das Ziel sein kann.

 

STAR FERRY und andere Fähren

 

Ein Muss, und keineswegs ein Relikt, das nur für Touristen im Dienst bleibt. Zur Star Ferry habe ich eine ganz besondere Verbindung: als ich 1988 meinen Mann in Hong Kong kennenlernte, fuhren wir einen Tag nur Star Ferry, es schien uns damals in der sommerlichen Hitze der beste Platz für gute Gespräche, für ein authentisches Hong Kong Erlebnis sowie für erträgliche Temperaturen zu sein.

Die Star Ferry ist seit 1880 wichtiger Teil des Nahverkehrssystems.  Zwei Routen verbinden Hong Kong Island und Kowloon. National Geographic Traveller hat eine Fahrt mit der Star Ferry als eines der 50 Erfahrungen gemacht, die man im Leben machen sollte. Zudem gilt eine Überfahrt als eines der besten Sightseeing-Gegenwerte, die Sie für Geld kaufen können – ganze 2,5 Hong Kong Dollar, umgerechnet 0,24 Euro!

 

Tipp: Nehmen Sie das Lower Deck – es ist für mich das stilvollere Hong Kong Gefühl als auf dem Upper Deck darüber.  Nachts haben Sie die beste Aussicht auf alles, was glitzert und funkelt vom Wasser aus. Die Star Ferry fährt abends allerdings nur bis 23 Uhr.

 

Für Trips auf die vielen umliegenden Inseln sowie nach Macau gibt es zahlreiche weitere Fährverbindungen, die schnell und günstig sind.

DOPPELDECKER-TRAM

Die  altehrwürdigen Trams sind soeben 150 Jahre auf Hong Kong Island im Dienst. Sie gehören so fest zum Stadtbild wie die Star Ferry. Die Fahrt ist ebenso günstig, man zahlt beim Aussteigen.

RIKSCHAS – aus dem Straßenverkehr glücklicherweise verschwunden

 

Die Rikschas sind aus dem Straßenbild verschwunden. So dekorativ sie sind wenn sie in Gruppen auf Fahrgäste wartend stehen und ihre „Fahrer“ dabei eine Runde „Mah Jongg“ spielen. So sehr habe ich früher den Anblick gemieden, wenn ich zusehen musste, wie der Rikschafahrer sich meist barfuß in der Hitze mit seinen Fahrgästen abquälte.

 

METRO

 

Sicher die schnellste Verbindung innerhalb und zwischen den größten Siedlungen. Jedoch meist unterirdisch und wegen der Klimaanlagen sehr kühl. So modern wie in Tokyo. Und wie überall auf der Welt starren alle Fahrgäste in ihre Smartphones. Hier in Hong Kong liebt man es,  Soap Operas zu sehen.

 

Die Eleganz Hong Kongs

 

Keine Frage, die Hong Kong Chinesin ist elegant, und viele chinesische Designer laufen den französischen inzwischen den Rang ab. Chinesen legen Wert auf Originale, auch deshalb stellen Sie die weltweit größte Käuferschicht für Luxusmarken dar.

Louis Vuitton Schaufenster im Peninsula Hotel – Humor ist aktuell „en vogue“

Die meisten Luxuslabels haben asiatische Designer verpflichtet, um in China, Japan, Malaysia und Singapur etc. die Schaufenster zu gestalten. In Deutschland begeistern mich eher wenige Schaufenster, doch hier war ich von der Kreativität und Eleganz oft fasziniert.

ABEND- und NACHTPROGRAMM

Dank der Zeitverschiebung nach Osten wird man zur Nachteule.

Hong Kong hat eine Fülle an hippen Bars und ist seit jeher für quirlige Jazzkneipen bekannt.

SUGAR BAR

Im obersten Stockwerk des EAST Hotels gelegen. Mit Blick auf den alten Flughafen Kai Tak.
SUGAR BAR im EAST HOTEL
29 Taikoo Shing Road
Island East, Hong Kong
www.east-hongkong.com

JAZZ in HONG KONG | eine der ältesten Jazzkneipen
Ned Kelly’s Last Stand
11A Ashley Road
Tsim Sha Tsui, Hong Kong

 

alternativ

 

AQUA LUNA | Abendliche Hafenrundfahrt

Sechs Mal startet die Acua Luna pro Abend auf eine 45 minütige Tour durch den Hafen und mutiert zur aufregenden Open Air Bar.

Zu Buchen unter: https://aqua.com.hk

HONG KONG ENTDECKEN In 72 Stunden | Teil 1

Eine Rooftop Bar ist der ideale Ausklang eines ereignisreichen Tages in Hong Kong. Es fühlt sich lebendig an und die Welt sieht aus, als bestünde sie aus Swarovski Steinchen.

MARTINA VELMEDEN

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin unterstütze ich meine KundInnen mit Konzepten und Entscheidungsvorlagen für die Gestaltung ihrer persönlichen Lebens(t)Räume.

Wie darf ich Sie unterstützen?

Ich freue mich auf Ihre Nachricht. Herzlich, Martina Velmeden

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