Wie Sie in 7 Schritten Ihr SCHLAFZIMMER wohnlich gestalten

Schlafzimmer mit Glamourfaktor

Wer sein Schlafzimmer als zusätzlichen Wohnraum entdeckt, wird mit einem persönlichen Rückzugsort belohnt, der nicht nur dann wichtig wird, wenn es im übrigen Teil der Wohnung zu lebendig ist, um abzuschalten.

 

Entdecken Sie, wie Sie in nur 7 Schritten den Raum zum Wohnraum verwandeln, der leider all zu oft eher einer Abstellkammer oder einem Zimmer gleicht, das man nur im Dunkeln betreten möchte.

KundInnen fragen mich oft, wie Sie ihr Schlafzimmer ohne großen Aufwand wohnlicher und weniger konventionell gestalten können.

 

Unter dem Begriff „wohnlich“ wird jeder von Ihnen etwas anderes verstehen. Um es für diesen Beitrag auf einen Nenner zu bringen, nehme ich einfach an, dass die meisten mit diesem Begriff eine „behagliche“ Umgebung oder einen Raum beschreiben, der sie förmlich hineinzieht, in dem Sie sich gerne und auch länger aufhalten. Abgesehen von öffentlichen Räumen, die ebenfalls eine große Anziehung auf uns ausüben können. Die wir jedoch nicht mit Wohnen sondern mit anderen Tätigkeiten in Zusammenhang bringen.

 

Stichwort „länger“: wenn Statistiken dokumentieren, dass wir ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen, so dürfte spätestens bei dieser Zahl klar sein, dass das Schlafzimmer mehr verdient hat, als als Ort mit nächtlichem Schattendasein zu fristen.

 

WOHNRAUM versus ABSTELLRAUM

 

Leider hat das Schlafzimmer wegen Platzmangels in vielen Wohnungen oft die Funktion einer zusätzlichen Abstellkammer oder eines erweiterten Hauswirtschaftsraumes. Da steht Bügelwäsche, nicht weggehängte Kleidung vom Vortag, Bücherberge, auf den Schränken warten Koffer auf die nächste Reise, unter dem Bett lagern die Winterstiefel. Hinter dem Vorhang oder mitten im Raum und dauernd aufgeklappt parkt das Bügelbrett.

 

Entweder haben Sie den Blick dafür bereits verloren, weil es zur Gewohnheit geworden ist, oder Sie denken: „Ist ja eh die meiste Zeit dunkel“, wenn ich mich darin aufhalte. Das Schlafzimmer aber nur schlafend und / oder mit geschlossenen Augen zu „bewohnen“, es nur zu nutzen anstatt zu „bewohnen“, darin nur schlafend zur Ruhe zu kommen, kann auch nicht die Lösung sein. Für mich letztlich auch eine Verschwendung von dem Potential, das uns dieses Zimmer bieten kann.

 

VOM SCHATTENDASEIN zum WOHNLICHEN LIEBLINGSZIMMER

 

Sind Sie nun unzufrieden, wenn Sie das alles lesen? Wie wäre die Vorstellung, angesichts von meist zu wenig Rückzugsraum in Wohnungen, Ihr Schlafzimmer zu genau so einem Ort zu gestalten?

 

Zu einem Ort, der eine ideale Alternative zum Wohnzimmer wird. Ein neues Lieblingszimmer, um ungestört zu lesen oder Musik zu hören, wenn es im Rest der Wohnung mal wieder zu lebendig ist.

 

WAS ist denn WOHNLICH?

 

Denken Sie an Ihr Wohnzimmer und schlagen Sie dann gedanklich eine Brücke. Oder denken Sie an ein Hotelzimmer, das Sie noch in sehr guter, positiver Erinnerung haben.

 

Wohnlich ist alles, was Sie in einen Raum hineinzieht und zum Verweilen motiviert. Alle Elemente, wie Möblierung, Licht, Materialien, Farben sowie Accessoires zählen, doch erst ihr harmonisches Zusammenspiel sorgt für „Wohnlichkeit“.

Ich animiere Sie nun dazu, sich einige der sprichwörtlich, wohnlichen Elemente des Raumes, der das Wohnen bereits im Namen hat, das WOHNZIMMER - in Ihr Schlafzimmer einziehen zu lassen:

Hier meine 7 bewährten Schritte auf dem Weg zu Ihrem neuen Lieblingszimmer:

 

1) RAUM anders nutzen und UMGEBUNG reizarmer gestalten

 

Sehen Sie sich also zuerst Ihr Schlafzimmer an. Besser noch: machen Sie viele Fotos davon – aus möglichst vielen Perspektiven. Sie werden erstaunt sein, was Sie damit so alles zu Tage fördern.

 

Das was drin ist, erzählt davon, wie der Raum genutzt wird. Ist das Bügeleisen dort, weil der Raum eh unwohnlich ist? Dann gesellen sich zwangsweise andere Dinge dazu. Oder ist das Bügeleisen dort, weil Sie über eine Alternative noch nicht nachgedacht haben?  Zum Beispiel über einen Einbauschrank im Flur, in dem Sie alles verstecken können, was nicht täglich benutzt wird. Lagern die Koffer auf dem Schrank, weil Sie den Weg zum Dachboden oder in den Keller scheuen?

 

Der erste Schritt ist das Entfernen aller Dinge, die dort lediglich abgestellt sind. Entrümpeln Sie und schaffen Sie leere Stellflächen, um nach der Neuordnung Dinge darauf zu arrangieren, die Ihr Auge und Ihre Sinne erfreuen. Wer, wie die meisten Menschen, von morgens bis abends in einer von optischen und akustischen Reizen überfluteten Umgebung arbeitet oder seine Zeit verbringt, tut sich etwas Gutes, den Abend sowie auch Momente zwischendurch in einer reizarmen Umgebung zu verbringen, die Körper, Geist und Augen zur Ruhe kommen lässt. Mehr zur Gestaltung reizarmer Wohnräume lesen Sie hier.

2) FOKUSPUNKT – IHR BETT – Der Star wünscht eine Bühne

 

 

Das Bett ist schon allein wegen seiner Größe der Fokus. Der Star des Raumes, der auch gerne inszeniert werden darf und unbedingt eine Bühne braucht. Bei einem neutralen Bett, egal ob aus Holz oder unifarben gepolstert, können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen: experimentieren Sie mit Farben, Materialien, mit Mustern, Tagesdecken und vor allem Kissen. Die Wirkung von unterschiedlichen Kissen im gewohnten 80×80 Quadrat mit kleineren im Querformat ist für den geringen Aufwand enorm.

 

Mehr Tipps zum schönen Träumen in einem vorherigen Beitrag. Da fällt mir noch etwas von meiner Großmutter ein. Sie nannte extragroße Kissen, die nur tagsüber aufs Bett kamen „Paradekissen“ – damit machte sie schon vor mehr als 50 Jahren das Bett zum Fokuspunkt.

3) TEXTILIEN, KISSEN, TEPPICHE & Co – Ein Thema in Variationen

 

Textilien sind die ultimativen Botschafter für Wohnlichkeit. Sie bringen nicht nur haptische Wärme in einen Raum. Sie laden zum Kuscheln ein, sind Träger von farbenfrohen Mustern, die die Laune positiv beeinflussen. Sie bringen ein Gestaltungsthema in Räume, wie Streifen, Punkte, Safari, Glamour, sind mal erdverbunden in Naturtönen oder so stylish wie hier auf dem Foto.
Liebäugeln Sie ruhig auch mit einem Teppich oder gar einem Fell – vor allem wenn Sie Parkett oder Fliesen haben. Auch wenn Sie sonst keine Vorhänge mögen, der Effekt von Vorhängen oder Raffrollos aus Stoff im Schlafzimmer ist enorm.
Eine Tagesdecke macht Ihr Schlafzimmer, so wie in einem Hotelzimmer, tagestauglich. Gestalten Sie mit Kissen, ob auf dem Bett, auf der Bank am Fussende oder auf Ihrem neuen Lesesessel am Fenster. Mit Kissen sind Sie flexibel, zudem lassen sich diese jahreszeitlich ohne große Kosten austauschen. Womit Sie auch erreichen, dass  die Freude über Ihren neuen Wohnraum lebendig bleibt.

4) NACHTTISCHE  für Nützliches und Persönliches

 

Nachttische oder Seitentische können, so wie hier auf dem Foto, filigran und stylish aussehen. Wer viel Platz benötigt, wird sich über eine dekorative Truhe neben dem Bett freuen.  Sie rahmen in jedem Fall das Bett ein.  Achten Sie darauf, dass sie im Material mit dem Rahmen und / oder den Füßen des Bettes harmonieren. Stellen Sie Lampen darauf, ein paar Fotorahmen, eine Duftkerze und Ihre Lieblingsbücher.

5) DAS FUSSENDE Ihres BETTES

In Deutschland leider immer noch vernachlässigt. In anderen Ländern längst Standard:  das Fussende. Eine rückenlehnenlose Bank ist dort platziert nicht nur ein schöner Abschluss, auch wenn das Bett, so wie auf dem Foto bereits ein hohes Fußende hat, sondern dient zudem beim Ankleiden und Schuhebinden. Wie wäre es alternativ mit zwei Hockern oder einem Sessel?
Schlafzimmer mit Glamourfaktor

6) LICHT

Ich sehe was, was Du nicht siehst – ist der falsche Anspruch. Hell ist Licht genug – ebenso.

Denken Sie an den Nutzen des Raumes, dann wird deutlich, welch unterschiedliche Lichtquellen Sie benötigen: helles Strahler, die Sie alles im Kleiderschrank finden lassen, möglichst dimmbar, weil dies abends Atmosphäre schafft und interessante Schatten auf Schrankfronten wirft. Nachttischlampen, die als Leselicht geeignet sind, idealweise ebenfalls dimmbar, um die Augen zur Ruhen kommen zu lassen. Ein paar Kerzen in neutralen Gläsern bringen vor allem jetzt im Herbst im Handumdrehen Stimmungslicht. Bezüglich der Leuchtmittel lassen Sie sich unbedingt beraten, damit Sie optisch warmes Licht haben und nicht in einem gleißend blauen LED-Licht sitzen und sich folglich die Wohnlichkeit am Ende doch nicht einstellt.

7) PERSÖNLICHES & ACCESSOIRES

 

Fotorahmen, Bücher, Schachteln, etwas aus dem Urlaub, eine Figurensammlung… alles, was Sie gerne ansehen ist geeignet. Aber in Maßen – wo Sie doch erst für Raum und freie Ablageflächen gesorgt haben.

Persönliches und Accessoires

Accessoires sowie persönliche Gegenstände, die Sie gerne zur Hand nehmen oder ansehen, runden das wohnliche Gefühl ab. Viel Freude beim Gestalten Ihres neuen Lieblingsraums. Der Gegenwert ist Lebens- und Wohnqualität.

MARTINA VELMEDEN

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin unterstütze ich meine KundInnen mit Konzepten und Entscheidungsvorlagen für die Gestaltung ihrer persönlichen Lebens(t)Räume.

Wie darf ich Sie unterstützen?

Ich freue mich auf Ihre Nachricht. Herzlich, Martina Velmeden

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