WIE WOHNLICHE VERÄNDERUNGEN WIRKLICH GELINGEN

Verrückt ist, wenn man immer wieder dasselbe macht und trotzdem veränderte Ergebnisse erwartet!

Ein Satz, den ich irgendwo in den USA aufgegriffen habe, und der (leider) auf vieles im Leben passt.

Lesen Sie, warum und wann wir wohnliche Veränderungen brauchen, warum wir das meistens spät bemerken, und was uns daran hindert, den Veränderungsstau endlich anzugehen...

Spätestens am Ende jeder Woche, also am Freitag Nachmittag, überfällt die meisten meiner NeukundInnen das Gefühl, sie müssten am Wochenende endlich mal ihr Zuhause in Angriff nehmen.

Längst vorgenommene Veränderungen angehen, damit sich die eigenen vier Wände nicht nur wie ein Parkplatz für abends und fürs Wochenende anfühlen, sondern wieder wie ein Ort, an dem Auftanken und Behaglichkeit Programm sind.

 

Und warum all das? Liegt doch auf der Hand – damit sich mit der Tätigkeit WOHNEN endlich auch die ersehnte Erholung einstellen möge.

Damit haben wir zwei Baustellen, die meistens als eine wahrgenommen werden, weil das eine offensichtlich vom anderen abhängig ist:

 

1. Sie wünschen wohnliche Veränderung, weil sich nichts mehr so richtig passend anfühlt

 

2. Sie verzichten vorübergehend auf das Rundum-ich-fühl-mich-endlich-angekommen-Behaglichkeitsgefühl und warten, bis sich genau das mit der Beseitigung des anstehenden Wohnreformstaus bitteschön auch endlich einstellen möge.

UNGEEIGNETE LÖSUNG 1:

 

Sie warten, bis es gar nicht mehr auszuhalten ist, bis sich endlich der erforderliche Veränderungsenergieschub einstellt, was ja wegen der aktuellen Frühjahrsmüdigkeit zumindest gerade jetzt nicht zu erwarten ist… Dabei verderben Sie nicht nur sich selbst mit Ihrer Laune die Lebensqualität, sondern die Ihrer Mitbewohner gleich mit…

 

oder

 

UNGEEIGNETE LÖSUNG 2:

 

Schnell wird (auch noch im verlockenden SALE) im Internet etwas bestellt oder so nebenbei beim Samstagsbummel etwas Neues für die Wohnung gekauft. Weg ist das schlechte Gewissen – zunächst jedenfalls – denn man/frau hat ja schließlich etwas für das Zuhause getan. Auch wenn die neue Errungenschaft nicht so recht passen will – neu ist sie jedenfalls, und sie gibt wenigstens vorübergehend ein gutes Gefühl. Den Rest kann man ja schließlich nächstes Wochenende in Angriff nehmen oder war das nicht noch ein Feiertag demnächst?…

Was also tun, wenn Wohnen längst zur Nebensächlichkeit verkommen ist, und Sie dies erkennen und für Ihre höchstpersönlichen Bedürfnisse (siehe oben) ändern möchten?

Akzeptieren Sie zuerst 5 gewichtige Wahrheiten, damit Sie durch diese nicht schon gedanklich ausgebremst werden:

 

1. WAHRHEIT

 

Unser all(gemeiner) Alltag benötigt viel Energie und Umsetzungskraft für anderes. Die Woche geht immer so schnell rum, erst recht das Wochenende mit seinen Standards wie: lange schlafen, ausgiebig Frühstücken, einkaufen, sauber machen, für Freunde kochen, Kino, Theater und ggf. Bügeln, etwas reparieren – oder auch mal nur Gammeln…

 

2. WAHRHEIT

Es ist wiederum gemein, dass sich das Hecheln durch die Woche schneller als Gewohnheit etabliert und leider so normal ist, dass der Eindruck sich aufdrängt, Schöner Wohnen und Relaxen fände nur in Magazinen statt, oder dass „andere“ es eben können, man selbst aber nicht.

 

3. WAHRHEIT

Das nächste Gemeine ist, dass aus dem Haus gehen, woanders zur Ruhe zu kommen, nicht immer mit mittelfristigem Erfolg gekrönt ist, außer Sie treiben Yoga, lassen sich massieren, gehen in die Sauna etc.. Doch spätestens beim Zurückkommen holt Sie meist alles wieder ein, auch wenn Ihre Haut dank der Auszeit nicht mehr ganz so dünn sein wird.

4. WAHRHEIT

Ok, also was tun, wenn schon vor dem Eingang die Schuhe der Familie zur Stolperfalle werden, das Altglas zum Abtransport mahnt, die Schultaschen der Kinder es nicht mehr bis in deren Zimmer geschafft haben? Und das Tag für Tag?

Ausflippen, danach ein Glas Wein trinken und sich wieder darauf besinnen, dass man/frau ja erwachsen ist und schließlich beruflich viel mehr wuppen kann als das bisschen Haushalt?

 

Vierte, unabänderliche Gemeinheit ist leider die, dass Hausarbeit und lästige Termine eine Endlosschleife sind, die Sie entweder akzeptieren, in ihnen eine Möglichkeit sehen, Ihren Gedanken nachzuhängen (z.B. beim Bügeln oder Staubsaugen) oder aber, es sind Termine, die Sie delegieren und vielleicht schon unter der Wochen enbloc abarbeiten: mit der Familie und /oder mit einer Unterstützung, die sich mehr auszahlt in erlebter Wohn- und Lebensqualität, als der oben erwähnte (Frust)kauf der x-ten Vase im SALE, die eh nicht so recht zum Rest passen will.

5. WAHRHEIT

Veränderte Gewohnheiten etablieren sich langsam und bleiben einem selten treu. Da hilft nur aktive Wiedervorlage, um in der Flut der täglichen Informationen auch noch an das zu denken, was einem gut tut – und von Mitbewohnern einfordern.

UND WIE GELINGT NUN VERÄNDERUNG?

 

Entspannen können wir am besten, wenn wir alleine oder in der Intimität der Familie oder des Partners sind. Doch was tun, wenn der x-te Anlauf wieder scheitert, weil im Kopf die To-Do Liste ihre Umlaufbahnen zieht und uns schwindlig dabei wird, oder wenn immer irgend jemand etwas von Ihnen möchte?

 

Was, wenn die To Do Liste stolz abgearbeitet ist, Ihr Wochenende dadurch aber anstrengender wird als die Arbeitswoche?

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, sind Sie gedanklich schon auf dem Weg

7  Wege, wie wohnliche Veränderungen wirklich gelingen

1) Familienrat einberufen, To Do’s sichten und verteilen

In einer Firma würden Sie das auch so machen: Bestandsaufnahme aller regelmäßigen Aufgaben machen und an geeignete Mitarbeiter verteilen. Ok, es ist zum einen uncool zu helfen, und zum anderen sind Kinder oder pubertierende Heranwachsende sicher auch keine Haussklaven. Zumindest höre ich diese Sprüche relativ häufig.

 

Die Haltung dazu muss jedes Elternteil selbst entscheiden. Ich bin da sehr gerne altmodisch und zähle das Übernehmen von überschaubaren Pflichten zum Repertoire eines Menschen, der in anderen Angelegenheiten  „längst erwachsen“ ist.

 

2) Einen Rückzugsort schaffen und diesen peinlichst pflegen

 

Ihr Raum, Ihre Lieblingslesecke etc. ist damit gemeint. Einrichten, pflegen und hegen Sie diese persönlichen  Quadratmeter. Wie Sie Ruhezonen schaffen lesen Sie ausführlich in meinen beiden Artikeln über Räume zum Entspannen Teil 1 und Teil 2 

 

3) Feste Rückzugszeiten vor allen anderen To-Dos einplanen

 

Machen Sie ein Date mit sich aus, genauso, wie Sie zum Fitness gehen und das als Fixtermin im Kalender eintragen, gehört z.B. das freitägliche Abschließen der Woche zu Ihrer Wochenplanung. Also, ab in Ihren Lieblingsraum, hängen Sie Ihren Gedanken nach, Lesen Sie, hören Sie Musik, oder nehmen Sie ein Bad… Danach hat sich manches relativiert und geht leichter von der Hand. Gerade in kleineren Wohnungen sind Bäder und Schlafzimmer die einzigen Rückzugsorte. Mehr dazu in meiner zweiteiligen Serie über Räume zum Entspannen.

 

4) Wissen, was Ihnen guttut | Wie soll Ihr Zuhause Sie dabei unterstützen?

 

Es fängt mit dem an, was Sie gerne machen und tangiert natürlich auch Ihre Umgebung. Hindert Sie Ihre Umgebung daran, das zu tun, was Ihnen guttut, oder machen Sie das, was Sie gerne mögen und schielen auf Ihr Zuhause, das sich nicht mehr rund anfühlt?

 

Dann planen Sie unbedingt einen Zeitpunkt für eine Bestandsanalyse ein. Vielleicht, wenn Sie Ihren freien Tag haben. Tipps dazu, wie Sie strukturiert vorgehen, lesen Sie in meiner Serie über die 6 größten Einrichtungsfehler.

 

Schieben Sie genau das vor sich her, weil Sie den Anfang nicht finden? Dann nehmen Sie das Gespräch mit einem professionellen Einrichtungsberater auf, der anhand Ihrer Wohnbedürfnisse und Ihres Zuhauses genau analysiert, wo es hängt, und den ersehnten Anfang für eine Veränderung so gestaltet, dass es Sie mehrfach beflügeln wird.

 

Das Geld, das Sie sonst für Fehl- oder Frustkäufe ausgegeben hätten zahlt sich mit solch einer Investition spürbar in mehr Lebensqualität aus.

 

5) UNPLUG! Im Flugzeug sind Sie auch nicht erreichbar und jeder akzeptiert das

 

Banal, aber das ständige Checken von diversen Displays stresst. Wenigstens wenn Sie Ihrem Freitagsritual nachgehen (siehe Punkt 3) sollten Sie so viel wie möglich ausstöpseln bzw. ausschalten:

PC, Smartphone, Telefon, Tablet, Fernseher…..

 

6) Ein sicheres Rezept | Kümmern Sie sich um sich

 

Ihr Lieblingsort und dazu:

Tee, Kaffee, Musik, ein Buch, Blumen etc. Sie wissen am besten, was Ihr Lieblingsritual ist, planen Sie es regelmäßig ein und variieren Sie dabei.

 

7) Holen Sie sich Unterstützung

 

Angefangen mit der Bügelwäsche, die Sie wöchentlich außer Haus geben, bis hin zur Haushaltshilfe. Es ist es wert, mal darüber nachzudenken, ob es Sinn macht, ehrgeizig alles selbst zu erledigen, oder ob das Budget Unterstützung nicht doch zulässt. Probieren Sie es wenigstens aus und beobachten Sie, was Sich dank der Veränderungen bei Ihnen verändert.

Was konkret möchten Sie heute verändern, um Ihr Zuhause zu einem anderen Ort zu machen? Wann setzen Sie Ihren Plan um? Wann tragen Sie den Termin in Ihren Kalender ein? Viel Spass bei der Ernte - manche Früchte reifen unglaublich schnell...

Beitragsfoto am Anfang des Artikels: Copyright lexingtoncompany.com

MARTINA VELMEDEN

Als Interior Stylistin und Einrichtungsexpertin unterstütze ich meine KundInnen mit Konzepten und Entscheidungsvorlagen für die Gestaltung ihrer persönlichen Lebens(t)Räume.

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